Teil II
Anno 800 Der berühmte Frankenkönig und römische Kaiser Karl der Große (742-814) erlässt die Anweisung "capitular de villis": "... daß jeder Richter unter seinem Dienst-tuenden Personal tüchtige Meister habe, also Eisen- Silber- und Goldschmiede ... und solche Leute, die berauschende Getränke, sei es Bier, Birnen, Apfelwein und sonst zum Trinken geeignete Flüssigkeiten, bereiten können.
Karl der Große bemühte sich auf deutschem Boden erstmalig um eine sachgemäße Herstellung des Apfelweins. Im Volksmund hatten sich besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Assoziationen zwischen Karl dem Großen und dem Apfelwein eingeprägt, das belegt ein Denkmal welches sich um 1845-1914 auf der Alten Brücke befand und jetzt im historischen Museum zu sehen ist.
Anno 1066 Durch Wilhelm den Eroberer, kam von Norden Frankreichs die Apfelweinherstellung auch nach England. Um die Frage der Thronfolge zu klären, setzte er mit 3.000 Schiffen und über 50.000 Soldaten nach England über. Mit dabei waren Fässer voll Apfelwein.
In England verbreitete sich der Apfelwein rasch auf der ganzen Insel. Heute sind die Engländer Europas größte Apfelweinkelterer.
Anno 1389 Rund um Frankfurt gab es ausgeprägten Weinanbau, der ganze Sachsenhäuser Berg wurde gerodet und mit Reben bepflanzt.
Anno 1501 Der Rat der Stadt Frankfurt verbot wegen Mißernten durch schlechte klimatische Verhältnisse, Rebkrankheiten und Schädlingsbefall, alle Neuanlagen von Weinbergen. Der Wein mußte nun von außerhalb bezogen werden und wurde als Volksgetränk einfach zu teuer. Damit begann die Zeit des Apfelweins, den die Gärtner, Küfer und Schiffer, sie kelterten ihn zunächst für ihren Eigenbedarf und gingen später zum öffentlichen Ausschank über. Der Ausschank an Fremde, welcher meist im eigenen Haus stattfand, durfte allerdings nicht nach eigenem Gutdünken betrieben werden, sondern war von einer Zapferlaubnis abhängig. In Hochstadt und die heute zu Frankfurt gehörende Gemeinde Enkheim, gedieh der Traubenwein ebenfalls nicht mehr in dem Maße , wie eine alte Chronik von Konrad Appels aus Hochstadt belegt.
In Hochstadt und die heute zu Frankfurt gehörende Gemeinde Enkheim, gedieh der Traubenwein ebenfalls nicht mehr in dem Maße , wie eine alte Chronik von Konrad Appels aus Hochstadt belegt.
1597 den 29 Mai hat das Wetter Wein und Korn erschlagen.........
1601 der Wein ist nicht geraten
1602 fiel im 2. April solche Kälte ein, daß die Weinstöcke erfroren sind
1603 die Weinlese ging schon den 14. September vor sich und es gab guten Wein
1608 der Wein war schlecht, sehr sauer und wenig, so daß man ihn nicht verkaufen konnte
1625 Ende April erfroren die Weinstöcke, der Wein war gut, aber wenig

Anno 1534 Gibt es urkundlich belegte Zapferlaubnis für Wein und Bierausschank.

Anno 1641 Wurde zum ersten Mal das heraushängen eines Fichtenkranzes mit einem Apfel in der Mitte als Zeichen des Ausschanks angeordnet.

Anno 1654 Wird der Verzapf zur Steuer herangezogen. Dazu wurden von der Stadt Beamte, sogenannte "Kellervisierer" eingesetzt. Bei Steuerhinterziehung drohte Geldstrafe in Höhe des dreifachen des Steuerbetrags.

Anno 1713 Beschwerten sich die Bierbrauer über den stark zunehmenden Ausschank der sogenannten Bauernwirte.

Anno 1733 Auf erneute Beschwerde hin griff der Rat der Stadt schärfer zu und erließ einen Senatsbeschluß, wonach nicht mehr Apfelwein verzapft werden dürfte, als "abgelöst und angezeigt" ist. Es blieb bei der erhobenen Zapfgebühr von einem Gulden für das Ohm, der eigene Tropfen zum Hausgebrauch blieb steuerfrei.
Ein Ohm Maß in Frankfurt = 143,422 Liter
60 Ohm = 1 Fuder
1 Ohm = 20 Viertel
1 Viertel = 4 Maß
1 Maß = 4 Schoppen.
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