World - Wide - Apfel - Wein

Apfelwein ist keine Frankfurter Erfindung. Das mag einigen „Geschworene“ in Sachsenhausen und Umgebung schwer treffen, läßt sich aber nicht ver-
heimlichen. Die Geschichte beweist es. Spätestens der nationale und internationale Tourismus bringt es mit sich, daß Frankfurter Stöffche-Liebhaber in der Fremde den fremden Stoff auch hin und wieder selbst probieren können. Apfelwein, oder apfel-
ähnliche Getränke, werden fast überall hergestellt, wo Äpfel wachsen, und die wachsen in den ge-
mäßigten Klimagürteln rund um den ganzen Erdball.
Sogar, und man wirds kaum glauben, selbst in Südkorea gibt es Apfelwein, weil das Klima dort eher mitteleuropäischen als mediterranen Maßstäben entspricht, allerdings mit ausgeprägteren Schwankungen. Jedenfalls wachsen hier in reichlich Mengen Apfelbäume.
Dieser Apfelwein wird gelagert wie Rebenwein, denn er schmeckt weniger nach Apfelwein als nach einem süßen Dessertwein, dazu leicht harzig,
ähnlich wie der griechische Retsina. DieFlüssigkeit ist goldgelb, perlt nicht und steht schwer im Glas, einem Weinglas übrigens. Der Alkoholgehalt wird auf 10 bis 12 Volumenprozent geschätzt.
Auch Kanada zählt zu den bedeutendesten Herstellerländern überhaupt. Die kanadische Geschmacksrichtung entspricht den englischen und französischen Getränken; ebenfalls kein Vergleich zur Frankfurter Ware.

In der Tschechoslowakei und in Ungarn, hat die Apfelweinbereitung eine jahr-
hundertealte Tradition. Im Süden, besonders in der Schweiz, ist er ebenfalls von alters her der übliche Haustrunk der Bauern.

Und hier die vom Namen her bekanntesten Sorten:

CIDRE aus Frankreich wird fast ausschließlich in der Normandie und der Bretagne hergestellt.
Seine leichte Art erhält er dadurch, daß der Apfel-
wein bereits vor und auch noch einige Male wäh-
rend der Gärung von der Hefe genommen wird. Durch dieses Kelterhandwerk behält der Cidre einen Teil der Gärkohlensäure und des Frucht-
zuckers. Außerdem wird die elegante Note durch die mehrmals unterbrochene Hefegärung unter-
stützt.
Den bretonischen Cidre trinkt man traditionell aus der Apfelweintasse, der „bol“.
Tatsächlich schmeckt er aus dieser Tasse auch am allerbesten. Übrigens besagen die Verordnungen, daß jedes alkoholische Getränk aus Äpfeln, das weniger als 5% Alkohol hat, als Cidre deklariert werden muß.
CIDER heißt der Apfelwein in England. Er wird mit Kohlensäure ausgebaut von extratrocken bis fast süß. Der mit der alten Schreibweise „Cyder“ verkaufte Apfelwein ist meist nur aus dem Apfel vergoren, ansonsten wird der englische Apfelwein gern durch Zugabe von Zucker auf einen höheren Alkoholgehalt gebracht.
Die größte Menge an Apfelwein in Europa wird übrigens in Südwestengland gekeltert. Dort hat auch Europas größter Apfelweinkelterei Cidermaker H.P. Bulmer ihren Sitz. Wie viele andere Ciderhersteller verwendet Bulmer überwiegend Holzfässer. Die größten Fässer tragen sogar die Namen englischer Persönlichkeiten. Vor einigen Jahren taufte Queen Elisabeth ein Ciderfaß mit ihrem Namen!
SIDRA ist in Spanien zu Hause. Die Basken sind ja die ältesten Apfelweinhersteller Europas. Sie füllen ihre Apfelweine - bereits im November - direkt vom Gärtank auf die Flasche. Und in der Flasche findet die Restreifung des Sidras statt.
Das macht ihn so derb-würzig im Geschmack.
Den Sidra trinkt man gern zu Fisch, aber auch andere Speisen; vornehmlich stark gewürzte und fette Gerichte schmecken noch besser mit Sidra. Eingeschenkt wird er übrigens nach spanischer Art über den Kopf aus der 0,75 l Flasche in ein Halbliter-Glas
.
Unsere hessischen Großkeltereien, unteranderem die Frankfurter Großkelterei Possmann versendet Apfelwein nicht nur innerhalb Europas sondern auch nach Übersee. Der Ruf des Stöffche schallt in die ganze Welt. Schon seit mehreren Jahren exportiert das Haus nach Chicago und Los Angeles und seit neustem auch nach Texas.
Sie können also sicher sein wenn Sie dort Apfelwein bestellen, daß Sie dann auch echten Frankfurter Apfelwein bekommen und nicht etwa amerikanischen Cider.

Zum Schluß muß noch gesagt werden, daß es auch spezielle Apfelweinmuseen gibt die da wären:

Frankfurter Äpfelwein-Museum“ am Römerberg. Dies ist eingebunden in einer echten Äpfelweingaststätte „Hixtorix“ wo rund um den Äpfelwein eine interessante Schau geboten wird.

Dann wäre da „Musee du Cidre“, das Landesmuseum der Äpfelweinerzeugung, in der Stadt Valognes in der Normandie was wohl das größte seiner Art ist. In einem Haus aus dem 15. Jahrhundert wird die Geschichte des Äpfelweins vom 16. bis 20. Jahrhundert dargestellt.

In Österreich bietet das „Mostmuseum“ in Haag bei Linz eine wertvolle Schau interessanter Exponate dar.

Auch in der Schweiz in Wädenswil am Zürichsee in der Lehranstalt für Obst- und Weinbau existiert ein interessantes Äpfelweinmuseum.

Die Vereinigung der Äpfelweinwirte haben diese Museen mit Interesse besucht. Und man kann sagen ein Besuch dieser Museen lohnt sich bestimmt.
Weitere Links finden Sie auf der Stoeffche-Linkseite

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